Grüner Tee Wirkung

Für die auffälligste Wirkungen von grünem Tee sind zwei Stoffe verantwortlich: anregendes Koffein und beruhigendes Theanin.

Grüner Tee regt an

Koffein ist der Wachmacher im Tee. Es wird vielfach auch als Thein oder Teein bezeichnet. Das kommt daher, dass das Koffein im Tee anders gebunden ist als im Kaffee. Man nahm früher daher an, dass es sich um einen anderen chemischen Stoff handelt.

Das unbehandelte Teeblatt enthält ca. 5% Koffein. Das klingt im ersten Moment nach einer großen Menge, allerdings werden für die Zubereitung von einem Liter Tee nur 12g - 15g Tee benötigt.

Wieviel von diesem Koffein allerdings in das Getränk kommt und wieviel davon für den Körper nutzbar ist hängt von mehreren Faktoren ab. Der erste Faktor ist die Wassertemperatur. Je heißer das Wasser ist, desto mehr Koffein löst sich aus dem Blatt. Die Ziehzeit des Tees bestimmt, wieviel von dem gelösten Koffein verfügbar ist. In den ersten 2-3 Minuten löst sich vor allem das Teein im Wasser. Je länger der Tee zieht, umso mehr Polyhenole lösen sich. Sie binden das Koffein und sorgen dafür, dass es nur noch teilweise und wenn, dann erst nach und nach vom Körper aufgenommen werden kann.

Der Koffeingehalt von 150ml Tee liegt je nach Teesorte und Zubereitung zwischen 20 und 50mg.

Beim Tee wirkt das Teein an den Hauptsträngen des vegetativen Nervensystems. Es regt diese Nerven an, die dann wiederum Adrenalin in der Nebennierenrinde anfordern. Der Körper hat damit ein sauberes Signal erhalten und reagiert nicht mit der Ausschüttung von Noradrenalin. Die Wirkung des Adrenalins hält somit länger an.

Im Gehirn arbeitet das Koffein der Ermüdung entgegen. Bei der Energieerzeugung für die Nerven fällt als Abfallprodukt Adenosin an. Der Hypothalamus im Gehirn hat Rezeptoren für das Adenosin. Je mehr von diesem Stoff sich dort anlagert, desto stärker wird das Signal für den Hypothalamus, die Gehirntätigkeit herunterzufahren. Also: viel Energie verbraucht -> Gehirn braucht Ruhe.

Koffein hat eine ähnliche chemische Struktur wie das Adenosin und kann sich an die Rezeptoren andocken, ohne aber das Signal zum Runterschalten zu geben. Im Gegenteil: Es kurbelt die Gehirntätigkeit an.

Das ist ein Eingriff in die Regelmechanismen des Körpers und führt auf Dauer zu einer Gegenreaktion. Der Hypothalamus bildet mehr Rezeptoren aus, um die Regelung der Gehirntätigkeit wieder auf den normalen Stand zu bringen. Es werden immer größere Mengen Koffein benötigt, um die wachmachende Wirkung zu erhalten, da mehr Rezeptoren besetzt werden müssen.

Wer über einen längeren Zeitraum größere Mengen Koffein zu sich genommen hat (z. B. für die Erstellung einer Diplomarbeit) und danach das Koffein absetzt, fällt bildlich gesehen in ein großes schwarzes Loch. Die Rezeptoren werden nicht mehr blockiert und das Adenosin gibt permanent das Signal zum Runterfahren.

Grüner Tee beruhigt

Die beruhigende Wirkung des Tees geht vom Theanin aus. Theanin ist eine Aminosäure, die ca. 1,5 bis 2% der Blatttrockenmasse ausmacht. Es hat eine beruhigende und entspannende Wirkung, ohne dabei müde zu machen. Theanin führt zu einer Verringerung der Beta-Wellen und einer Erhöhung der Alpha-Wellen im Gehirn, die besonders im Zustand der Entspannung auftreten.

Theanin ist außerdem zum Teil für den typischen Geschmack des Tees verantwortlich.

Bedingt durch den Herstellungsprozess ist im grünen Tee mehr Theanin enthalten als im schwarzen Tee.