Tee und Koffein

Was ist Koffein?

Koffein ist ein Alkaloid, das in über 100 Pflanzen vorkommt. Die bekanntesten dürften Tee und Kaffee sein. Vom Kaffee hat es übrigens auch seinen Namen.

Die chemische Formel für Koffein lautet C8H10N4O2.

Strukturformel Koffein

Strukturformel Koffein

 

Koffein wirkt, unter anderem, anregend auf das Zentralnervensystem, steigert den Puls, erhöht den Blutdruck und vermindert Ermüdungserscheinungen des Gehirns.

Koffein und Teein (oder auch Thein) sind ein- und derselbe Stoff. Diese beiden Bezeichnungen entstanden, weil das Koffein im Tee anders freigestetzt wird als im Kaffee und daher auch etwas anders wirkt.

Mengen an Koffein in 150 ml Flüssigkeit:

Getränk Koffeein/mg
Kaffee 100
Schwarzer Tee  50
Grüner Tee  20
Weißer Tee  15

Die Mengen sind nur ca. Angaben und können je nach Sorte des Getränks variieren.

Warum produzieren Pflanzen Koffein?

Pflanzen produzieren Koffein als Abwehrmittel gegen Fressfeinde. Es stört ihr Nervensystem und kann bestimmte Insekten betäuben oder sogar töten. Koffein wirkt in höheren Dosen als Nervengift. Laut Wikipedia liegt die für Menschen tödliche Dosis bei 10 g Koffein, was mindestens 200 Tassen (150 ml) Tee oder 100 Tassen Kaffee entspricht.

Wie wirkt das Koffein im Tee?

Im Tee ist das Koffein an Gerbsäuren (Polyphenole) gebunden. Es wird vom Körper im Darm über einen längeren Zeitraum freigesetzt.

Das Koffein im Tee wirkt einerseits an Hauptsträngen des vegetativen Nervensystems. Es regt über diese Nerven die Ausschüttung von Adrenalin in der Nebennierenrinde an. Da der Impuls für die Ausschüttung scheinbar aus dem Körper kommt wird kein Noradrenalin als Gegenmaßnahme freigesetzt.

Die andere Wirkung zeigt sich im Gehirn, genauer gesagt im Hypothalamus. Hier blockiert das Koffein Rezeptoren für Adenosin. Adenosin ist ein Abfallprodukt bei der Energiegewinnung in den Nerven. Es dockt normalerweise an den Rezeptoren an und signalisiert damit dem Hypothalamus, dass die Gehirntätigkeit reduziert werden muss. Je mehr Adenosin vorhanden ist desto stärker ist das Signal. Koffein schwächt dieses Signal durch die Rezeptorblockade ab und hält das Gehirn wach.

Eine permanente Aufnahme von Koffein führt im Körper zu einer Gegenreaktion. Um den natürlichen Regelmechanismus wieder herzustellen werden mehr Rezeptoren aufgebaut. Dies führt dazu, dass mehr Koffein benötigt wird, um das Gehirn wachzuhalten. Wenn dies über einen längeren Zeitraum geschieht und das Koffein dann abgesetzt wird, wirkt das Adenosin stärker als normal. Die Gehirntätigkeit wird heruntergefahren, bis die überflüssigen Rezeptoren wieder abgebaut sind.

Wie wirkt das Koffein im Kaffee?

Im Kaffee ist das Koffein an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex gebunden. Die Magensäure löst diese Verbindung sofort auf und setzt das Koffein im Magen frei. Es gelangt direkt ins Blut und zur Nebennierenrinde.

In der Nebennierenrinde, die sich oberhalb der Niere befindet, führt Koffein zur Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Es wird also künstlicher Stress für den Körper erzeigt. Dieser reagiert mit der Ausschüttung von Noradrenalin, um ihn wieder abzubauen. Dadurch kommt die kurzfristig aufputschende Wirkung von Kaffee zustande.